Ver­ab­scheu­ungs­wür­dig” und “uner­träg­lich” — so hat Bun­des­prä­si­dent Stein­mei­er das genannt, was sich in Ber­lin bei der Demo gegen die Coro­na-Maß­nah­men abge­spielt hat. Für Dr. Robert Feus­tel, Sozio­lo­ge und Poli­tik­wis­sen­schaft­ler an der Uni­ver­si­tät Jena, waren die Bil­der kei­ne Über­ra­schung. Er kri­ti­siert im Inter­view in der Bilanz am Abend auf SR 2 die Ver­säum­nis­se der Poli­tik und warnt davor, Rech­ten poli­tisch und ideo­lo­gisch ent­ge­gen­zu­kom­men.

Hier geht es zum Inter­view.

Vor­trag von Anne Burk­hardt auf der Jah­res­ta­gung der Deut­schen Gesell­schaft für Publi­zis­tik und Kom­mu­ni­ka­ti­ons­wis­sen­schaft (DGPuK) am 11.03.2020 an der LMU Mün­chen.

In einer qua­li­ta­ti­ven Inhalts­ana­ly­se von mehr als 2.000 Medi­en­bei­trä­gen rech­ter Akteur*innen wur­de erho­ben, wie die­se auf städ­ti­sche Kon­flik­te Bezug neh­men und wel­che Argu­men­ta­ti­ons­mus­ter rech­ter Stadt­po­li­tik sich dar­aus rekon­stru­ie­ren las­sen. Der vor­lie­gen­de Bei­trag knüpft an die­se Stu­die an, indem er das erho­be­ne Mate­ri­al einer Neu­be­trach­tung aus medi­en- bzw. kom­mu­ni­ka­ti­ons­wis­sen­schaft­li­cher Per­spek­ti­ve unter­zieht: Wie spre­chen die Rech­ten über Stadt? Wel­che Bei­trags­for­men wäh­len sie zur Adres­sie­rung städ­ti­scher Kon­flik­te und Öffent­lich­kei­ten? Wel­che kom­mu­ni­ka­ti­ven Stra­te­gi­en wer­den ein­ge­setzt? Und wie las­sen sich die Quel­len in Hin­blick auf eine Ver­ein­nah­mung städ­ti­scher Kon­flik­te sowie des öffent­li­chen Dis­kur­ses um stadt­po­li­ti­sche Fra­gen inter­pre­tie­ren?

Die Befun­de deu­ten dar­auf hin, dass sich die zuneh­mend strö­mungs­för­mig agie­ren­de, gut ver­netz­te Rech­te in Deutsch­land auch medi­al breit auf­stellt und durch ihre spe­zi­fi­sche Kom­mu­ni­ka­ti­on über städ­ti­sche Kon­flik­te urba­ne Öffent­lich­kei­ten für sich zu erschlie­ßen sucht. Der geplan­te Bei­trag dis­ku­tiert die­se Erkennt­nis­se anhand von Bei­spie­len aus dem Mate­ri­al und unter Ein­be­zie­hung aktu­el­ler For­schun­gen zur Funk­ti­on und Wir­kung rechts­po­pu­lis­ti­scher Medi­en­dis­kur­se.

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Neu­er Bei­trag von Peter Besche­rer in der Zeit­schrift Sozia­ler Fort­schritt

Zusam­men­fas­sung

Die reak­tio­nä­ren Bewe­gun­gen der Ver­gan­gen­heit ver­teu­fel­ten das ver­meint­lich sünd­haf­te, wur­zel­lo­se und dege­ne­rier­te Leben in der Groß­stadt und glo­ri­fi­zier­ten die Genüg­sam­keit und Frucht­bar­keit des ‚Bau­ern­stan­des‘. Zwar waren städ­ti­sche Räu­me immer auch der Ort rech­ter Hege­mo­nie­be­stre­bun­gen, die von der Monu­men­tal­ar­chi­tek­tur der Nazis bis hin zu den ‚natio­nal befrei­ten Zonen‘ der NPD reich­ten. Die Stadt war aber in der Regel nicht ihr The­ma. Mit der Kri­se der libe­ra­len Demo­kra­tie droht sich das Poli­tik­feld Stadt für die Rech­te zu öff­nen. Der Auf­satz illus­triert anhand der Woh­nungs­fra­ge und der Sicher­heits­po­li­tik, wie Stadt­ent­wick­lung eine popu­lis­ti­sche Lücke hin­ter­lässt, in die rech­te Par­tei­en und Bewe­gun­gen hin­ein­drän­gen (kön­nen). Anhand eines Falls aus der empi­ri­schen For­schung wird dar­über hin­aus dis­ku­tiert, wie sich poli­ti­sche Nach­fra­ge und rechts­po­pu­lis­ti­sches Ange­bot zuein­an­der ver­hal­ten.

Hier geht es zur Zeit­schrift

Neu­er Bei­trag von Peter Besche­rer, Gise­la Macken­roth und Luzia Sie­vi zur Woh­nungs­fra­ge im Dis­kurs der Rech­ten

Abs­tract: Die Kri­se der Wohn­raum­ver­sor­gung, ins­be­son­de­re in den wach­sen­den Groß­städ­ten, ist eine drän­gen­de sozi­al­po­li­ti­sche Fra­ge. Der Arti­kel dis­ku­tiert anhand einer Ana­ly­se rech­ter Medi­en und tages­po­li­ti­scher Bei­trä­ge der AfD in deut­schen Par­la­men­ten, wie die Neue Rech­te mit der gegen­wär­ti­gen Woh­nungs­fra­ge umgeht. Es wird auf­ge­zeigt, dass die Rech­ten sozi­al­po­li­ti­sche Fra­gen der Woh­nungs­po­li­tik mit einer ver­meint­li­chen Kri­se der Migra­ti­on ver­schal­ten. Von hier aus zeich­net sich als Grund­mo­tiv eine Kul­tu­ra­li­sie­rung ver­schie­de­ner Fra­gen des Woh­nens ab, vom Wohn­ei­gen­tum über die Nach­bar­schaft bis hin zu For­men der Stadt­ent­wick­lung. Mit die­sen Posi­tio­nen leis­ten rech­te Akteu­rIn­nen markt­li­be­ra­len Lösun­gen Vor­schub. Schließ­lich soll hier auf­ge­zeigt wer­den, wie in die­sen Argu­men­ta­ti­ons­li­ni­en Bedin­gun­gen einer zivil­ge­sell­schaft­li­chen Demo­kra­tie von den Rech­ten ange­grif­fen wer­den.

Hier geht es zur Zeit­schrift déri­ve, wo der Bei­trag erschie­nen ist.